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Hoher Blutdruck

Bluthochdruck oder arterielle Hypertonie, wie der Arzt es nennt, ist eine Erkrankung, die man ernst nehmen muss. In Deutschland sind 20 Prozent aller Erwachsenen betroffen. Bluthochdruck kann ein eigenständiges Krankheitsbild sein, aber auch als Symptom auf eine noch nicht erkannte weitere Erkrankung hinweisen. Im Folgenden geht es hier um die Diagnosestellung, die typischen Symptome und Ursachen der Hypertonie und die möglichen Behandlungsmethoden.

Bluthochdruck – die Volkskrankheit

Seit den 1980er Jahren ist die Erkrankungshäufigkeit an Bluthochdruck in Industrieländern konstant hoch. In Deutschland sind 20 Millionen Menschen betroffen. Dennoch wird die Gefahr, die von Bluthochdruck ausgeht, noch immer unterschätzt. Das Schockierende sind zwei beobachtbare Tatsachen: Viele Menschen wissen noch gar nicht, daß sie erkrankt sind. Aber noch erstaunlicher ist: Die von Bluthochdruck betroffenen Menschen zeigen nur zum Teil eine verantwortliche Haltung beim Umgang mit der Erkrankung. Das nennen Ärzte „Non-compliance“, man könnte dies wohlwollend mit fehlender Mitwirkung, etwas drastischer mit zivilem Ungehorsam bezeichnen: Man schätzt, daß die Hälfte aller verordneten Medikamente zur Blutdrucksenkung im Wert von 2,5 Milliarden nicht genommen, sondern weggeworfen werden. Um so wichtiger ist, wie sich immer wieder zeigt, die Aufklärung über Bluthochdruck und seine Folgen. Daher ist das Messen des Blutdrucks eine wichtige Maßnahme zur Früherkennung.

Blutdruckwerte zeigen die Gefahr

Das Blutdruckmessen mit einer Armmanschette, so wie wir es heute kennen, geht zurück auf den Arzt Scipione Riva-Rocci (1863 – 1943). Ihm zu Ehren benennen Mediziner die Blutdruckmessmethode am Arm mit den Initialen seines Doppel-Nachnamens, nämlich mit RR. Die Einheit, in der der Blutdruck gemessen wird, ist mm Hg (Millimeter Quecksilber). Gemessen werden zwei Werte: Der erste, höhere und sogenannte systolische Wert beschreibt den Druck in den Blutgefäßen, wenn das Herz sich zusammenzieht, also das Blut in die Gefäße pumpt. Der zweite, niedrigere und sogenannte diastolische Wert zeigt den Druckwert, der in der Ausdehnungsphase des Herzens in den Blutgefäßen herrscht.
Man sagt also beispielsweise, man habe einen Blutdruck von 115 zu 75, der übrigens sehr optimal wäre. Die Blutdruckwerte sind nur dann aussagekräftig, wenn sie in mehrfachen Ruhemessungen oder in einer sich episodisch und automatisch wiederholenden Messung in 24 Stunden mit einem entsprechenden automatischen Messgerät ermittelt wurden.
Verschiedene Blutdruckwerte werden wie folgt diagnostiziert:

KategorieSystolisch (mmHg)Diastolisch (mmHg)
Optimalkleiner als 120kleiner als 80
Normal120 – 12980 – 84
Normal bis hoch130 – 13985 – 89
Hypertonie mild (Stufe 1)140 – 15990 – 99
Hypertonie mittel (Stufe 2)160 – 179100 – 109
Hypertonie schwer (Stufe 3)ab 180ab 110

Eine besondere Form des Bluthochdrucks ist die sogenannte isolierte systolische Hypertonie, bei der der systolische Wert über 140 mm Hg ansteigt, der diastolische aber unter 90 mm Hg bleibt. Diese sollte entgegen früherer Aussagen auch immer behandelt werden.

Wie Bluthochdruck sich bemerkbar macht

Bluthochdruck baut sich langsam auf. Die Symptome sind anfangs kaum spürbar. Es ist sogar so, daß Betroffene sich subjektiv manchmal besser fühlen, da Hypertonie eine Art leichte Euphorie auslöst und andere Symptome überlagert. Wenn dann unangenehme Symptome spürbar werden, dann muss davon ausgegangen werden, daß die Hypertonie schon längere Zeit, vielleicht sogar Jahre, besteht. Solche auffälligen und unangenehmen Symptome können die folgenden sein:

  • Schwindelgefühle und Ohrendruck
  • Herzrasen
  • Druck auf der Brust
  • Schwitzen
  • häufiges Nasenbluten
  • leichte Sehstörungen
  • Kopfschmerz, vor allem nachts und morgens
  • Potenzprobleme
  • Nervosität
  • Übelkeit

Aber auch ohne solche Beschwerden oder bei nur sehr schwach ausgeprägter Symptomlage sollte man den Blutdruck messen lassen.

Ursachen für den Bluthochdruck

Beim gesunden Menschen regelt sich der Blutdruck auch nach Belastungssituationen in ein gesundes Maß zurück. Das setzt zum einen gesunde und elastische Blutgefäße und ein gesundes Herz voraus. Der Regelkreislauf für die Blutdruckanpassung ist zudem sehr komplex und könnte an verschiedenen Stellen, etwa durch Organerkrankungen, gestört werden. Ebenso kann dies durch manche Medikamente geschehen.
Je nach Ursache unterscheidet man verschiedene Formen des Bluthochdrucks.
Die häufigste Form mit 80 – 90 Prozent Verbreitung ist der primäre oder essentielle Bluthochdruck.
Hier vermutet man

  • erbliche Dispositionen
  • Diabetes und andere Stoffwechselstörungen
  • Stress
  • Alkohol und Nikotin
  • ungesunde Ernährung
  • Übergewicht

als Ursachen dafür, dass mit zunehmendem Alter die Blutgefäße unelastisch werden und so die Blutdruckwerte langsam, aber stetig steigen. Eine weitere Form ist der sekundäre Blutdruck bei 10 – 20 Prozent der Betroffenen: Hier liegen meist Organstörungen vor. Dies kann das Herzkreislauf-System sein, aber auch eine Nierenfunktionsstörung oder Hormonschwankungen wie etwa bei einer Schilddrüsenüberfunktion. Wie schon erwähnt können auch Medikamente zeitweise den Blutdruck beeinflussen. Bekannt ist dies bei Antidepressiva, Rheumamedikamenten, Cortisonpräparaten und Anti-Baby-Pillen. Hier sollte die Symptomatik nach Absetzen des Medikaments, wenn dies möglich ist, recht bald wieder verschwinden. Sonst muss der Bluthochdruck, wie auch bei der primären und sekundären Form, medikamentös extra behandelt werden.

Was hilft gegen Bluthochdruck

Jede Behandlung des Bluthochdrucks zielt darauf, den Blutdruckwert dauerhaft in dem Bereich normaler Werte zu stabilisieren. Dies ist eine sehr wichtige und auch prophylaktische Maßnahme, gerade beim primären Bluthochdruck. Hier kann, wenn die Behandlung so früh wie möglich einsetzt, eine Schädigung der Organsysteme noch vermieden werden. Bei der primären Hypertonie kann, je nach Blutdruckwert, bereits eine Änderung der Lebensführung als Behandlung ausreichen. Zu Allgemeinmaßnahmen gehört vor allem eine gesunde und ausbalancierte Ernährung und bei Übergewicht eine Gewichtsreduzierung.

Vor allem der Fleisch- und Fettkonsum sollte drastisch gesenkt werden sowie der Verzehr von übermäßig Zucker, Salz und Gewürzen. Gerade bei Zucker und Salz muss man beachten, dass diese beiden Substanzen oft verdeckt in vielen Lebensmitteln und Getränken enthalten sind. Auch das Beenden des Rauchens und die Reduzierung des Alkoholkonsums tragen stark zur Besserung der gesundheitlichen Situation bei. Regelmäßig Sport zu treiben wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren ist ein ganz wichtiges Element zur Blutdrucknormalisierung.

Heute ist unbestritten, das Bluthochdruck viel mit Stress zu tun hat. Emotional belastende Situationen lösen die Bereitschaft einer körperlichen Aktion aus, wie etwa früher für Kampf und Flucht. Wenn wir heute überwiegend sitzen, wird diese bereitgestellte Energie nicht verbraucht und aus der resultierenden Dauerverspannung ensteht auch Bluthochdruck. Yoga, Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation und andere Methoden helfen, mental gelassener zu werden und es gar nicht zu einer so starken und häufigen Ausschüttung der Stresshormone kommen zu lassen. Wenn man diese Möglichkeiten wirklich ausgeschöpft und keine ausreichende Senkung des Blutdrucks erreicht hat, aber natürlich auch bei recht hohen Blutdruckwerten, sollte zeitnah medikamentös behandelt werden.

Verschiedene Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck

Diese Behandlung gehört in die Hände von Fachleuten, z.B. einem guten Internisten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Blutdruck zu senken: Einmal durch die bekannten Beta-Blocker. Diese dämpfen das vegetative Nervensystem. Eine andere Gruppe von Substanzen bewirkt eine stärkere Wasser- und Salzausscheidung durch die Nieren. Hier kommen sogenannte Kalziumantagonisten zum Einsatz. Die Behandlung richtet sich

  • nach Art des Bluthochdrucks
  • nach sonstigem Gesundheitszustand
  • nach Alter des Betroffenen

Es kann sein, dass der Arzt erst einige mögliche Medikamente ausprobieren muss, bevor die optimale Wirkung erreicht werden kann. Diese Medikamente müssen oft sehr lange, manchmal für den Rest des Lebens genommen werden.
Alternativ kann auch versucht werden, den Blutdruck mit natürlichen Substanzen, ganzheitlicher Medizin oder Homöopathie zu behandeln.

Bluthochdruck – ein Fazit

Trotz weiter Verbreitung wird die Hypertonie noch nicht von allen, die sie betrifft, wirklich ernst genommen. Dabei sollte durch Gesundheitsaufklärung klar sein, welche negativen Folgen ein unbehandelter Bluthochdruck hat. Zu Beginn einer Hypertonie bzw. schon vorbeugend im Vorfeld können durch eine gesunde Lebensführung die Risiken verringert oder ein beginnender Bluthochdruck in seiner Manifestierung verhindert werden. Wenn dies nicht ausreicht, muss eine Hypertonie vom Facharzt sachgerecht behandelt werden. Es gibt viele Beispiele von Patienten, die damit gut leben und ein normales Alter ohne besondere Beschwerden erreichen.


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